Mein Lebenslauf

 

Ich wurde 1944 in Wien geboren und bin in Salzburg aufgewachsen. In meiner Kindheit war das Basteln alleine oder mit Freunden meine Freizeitgestaltung – es gab ja weder Fernsehen noch Computerspiele. Da war Zeit für die Entwicklung von handwerklichem Geschick und von Kreativität. Es entstanden Baumburgen, Seifenkisten, kleine Häuschen mit Dosentelefon und vieles andere mehr. In den Taschen meiner Lederhosen waren (nicht zur Freude meiner Mutter)immer Nägel, Schrauben und Beilagscheiben zu finden.
Die Technik hatte es mir schon damals angetan .Gerne erinnere ich mich daran, als mein Vater die erste elektrisch Bohrmaschine nach Hause gebracht hat, ein Monstrum von einer Maschine, viel zu groß für meine Bubenhände .Ungehindert dessen bohrte ich überall Löcher, auch dort, wo es nicht erwünscht war.

Später sind wir in die Großstadt Wien übersiedelt, in eine alte stillgelegte Gießerei. Ich war in meinem Element, wenn ich alle Winkel der alten Hallen erforschte.
Nach einer nicht gerade strahlenden Matura ging es auf die TU Wien, Maschinenbau war mein Fach .Ich blühte auf. Vergessen war die mühsame Gymnasiumszeit.
Auf der TU gab es neben viel Theorie auch praktische Übungen .Dabei habe ich meinen Professor zur Verzweiflung gebracht, denn Übungsstücke, für die eine ganze Woche vorgesehen war, erledigte ich in zwei Tagen.
Mein handwerkliches Geschick kam mir da zu Gute.
In dieser Zeit waren Stahl und Eisen meine Materialien. Mit meinem Bruder haben wir Aluminium gegossen, geschweißt ,gelötet , an der Drehbank und Fräsmaschine gearbeitet und vieles andere mehr. Auch zum Leidwesen unserer Mutter ,die im ganzen Haus mit Stahlspänen und Schmieröl zu kämpfen hatte.
Nach dem Studienabschluss war ich in der LKW Branche, berufstätig – vorerst im Reparaturgeschäft und dann im Vertrieb als Geschäftsführer und Chef einer sehr erfolgreichen Mannschaft.

Noch in der Studienzeit habe ich geheiratet und eine Familie gegründet. Wir haben 4 Kinder, von denen das jüngste noch zur Schule geht. Meiner Frau verdanke ich den Freiraum für meine Aktivitäten, den nötige Rückhalt und viele Ideen und Anregungen. Sie ist es, die jetzt im ganzen Haus mit den Holzspänen kämpft – der Stausauger wurde ihr Lieblingsgerät. Mit zunehmendem Alter und hoffentlich auch zunehmender Reife habe ich Stahl und Eisen zurückgelassen und mich dem Holz zugewendet.
Das ist jetzt mehr als 30 Jahre her, und die Liebe zum Holz wächst immer noch, so sehr , dass ich mir sogar einen kleinen Wald gekauft habe, den ich mit Begeisterung ,viel Mühe und Schweiß pflege. Alles Nadelholz ernte ich nun selbst.
Meine Werkstätte habe ich in einem mittelalterlichen Kellergewölbe eingerichtet und heute mit modernen präzisen Maschinen ausgestattet. Diese Werkstätte wurde für mich zu einem Rückzugsort und Raum der Entspannung nach stressigen Arbeitstagen zur Zeit meiner Berufstätigkeit.
Am Tag meiner Pensionierung mit 65 habe ich mein Handwerksgewerbe angemeldet und bin sozusagen Jungunternehmer.
Ich habe Freude Besonderes oder auch Alltägliches aus Holz zu schaffen, will aber auch in kleinen Seminaren in meiner Werkstätte mein Wissen weitergeben. Es ist faszinierend, sich mit dem technischen Background und Wissen einem Handwerk zu widmen, alles in Frage zu stellen und neue Ideen zu verwirklichen .Und das aus einem Werkstoff der fühlt und atmet.
Und noch etwas: Es tut gut Anerkennung für ein besonders gelungenes Stück zu ernten.